Für den zweiten Teil unsere Tour konnten wir Talitha von Suppen in Leiden als Stadtführerin auf dem Wasser in unserer Gruppe begrüßen. Talitha macht in Leiden das Gleiche wie wir in Deutschland und Lars hatte bereits seit den ersten Planungen in 2019 Kontakt zu ihr. Wir arbeiten für die Ausarbeitung unserer Touren immer gerne und frühzeitig mit lokalen Paddlern zusammen. Somit sind wir in der Regel immer auf dem aktuellen Stand und bekommen Infos zu Hot Spots, die man vielleicht so nicht finden würde.

Wie bereits am Vormittag starten wir am Nieuwe Rijn an unserem altbekannten Einstieg und auch das erste Teilstück unserer zweiten SUP-Tour ist identisch. Dieses erscheint jedoch durch die spätere Tageszeit in einem ganz anderen, noch viel schönerem Licht. Diesmal lassen wir die Mühle De Put nicht links liegen, sondern unterfahren rechts von der Mühle die Rembrandtbrug, benannt nach dem wohl bekanntesten Sohn der Stadt. Ist dies geschafft, befindet man sich im Galgewater, dem Beginn des Grachtensystems innerhalb der Altstadt. Weiter dem Verlauf des alten Niederrheins folgend, befahren wir nun die absolute Innenstadt Leidens. Herausstechen tun hier vor allem zwei Gebäude. Das zweite Gebäude rechts hinter der Bostelbrug ist der Webster Leiden Campus. Dieser ist einer von mehreren internationalen Standorten der amerikanischen Uni mit gleichem Namen. Das Gebäude ist zudem eines von über 1200 Rijksmonumenten, also geschützten Kulturdenkmalen in Leiden. Kurz danach erhebt sich diesmal auf der linken Seite das “Het Leidse Volkshuis“. Es spielte in den letzten 100 Jahren in der sozialen Entwicklung der Niederlande eine Rolle, da hier zum ersten Mal Vereinsarbeit eingeführt wurde und die Institution allgemein zur Unterstützung der Unterschicht gegründet wurde. Heute hat das Gebäude seinen Hauptzweck in der Nutzung des Innensaals als Theater. Nach zwei weiteren passierten Brücken haben wir nun das Zentrum von Leiden erreicht. Vom Oude Rijn zweigt sich der Nieuwe Rijn ab, sodass ein Flusseck entsteht. An diesem sind schwimmende Plattformen auf Wasserhöhe aufgebaut, die von Cafés genutzt werden. Ein Ausstieg an dieser Stelle ist fast schon zwingend, denn in unmittelbarer Umgebung warten Essen und Kultur auf jeden Geschmack. Möchte man in einer richtigen Brauerei einkehren, bietet sich das „Het Stadsbrouwhuis“ an der Kippenbrug an. Wer eher traditionelle Speisen genießen möchte, ist im Restaurant Waag am Aalmarkt richtig. Dieses Gasthaus befindet sich in einem viereckigen Turm mit dem markanten Leidener Wappen an der Fassade. Die zwei roten gekreuzten Schlüssel sind das Symbol für Apostel Petrus, den Schutzpatron der Stadt. Die nach ihm benannte Pieterskerk, das wohl bekannteste Gebäude in Leiden, liegt zwar etwas weiter weg, doch zwei andere große Kirchen, die Hartebrugkerk und die Hooglandse Kerk liegen nur einen kurzen Fußweg von unserem aktuellen Standort entfernt. Auch eine mittelalterliche Burg erhebt sich immer noch auf dem Hügel am Flusseck. Diesem Bereich Leidens widerfuhr in der Neuzeit ein großes Unglück, als hier ein Großbrand ausbrach, der die Eckhäuser an der Visbrug zerstörte. Durch großzügige Spenden der anderen Leidener Bürger konnten die Überlebenden ihre Häuser aber wieder aufbauen. Als Erinnerung an das Unglück brachten sie einen gut sichtbaren Spruch unter dem Dachsims an: „Die Loyalität der Bürger ist hier trotz der Gewalt der Flammen in bestem Zustand geblieben. (1766)“. Das einzige, was heute noch heiß ist, ist der Hunger der Paddler und die Fritten im Dapp Frietwinkel Leiden, die diesen bestimmt stillen können. Die besondere Empfehlung an das Café „Brownies und Downies“. Es wird unter anderem von Menschen mit Down Syndrom betrieben und bietet unter anderem leckere Brownies und Sandwiches an. Eine weitere Attraktion stellt auch die Koornbrug dar, die aber sowieso noch auf der weiteren Fahrt durch den Nieuwe Rijn unterquert werden muss. Sie ist anders als die restlichen Brücken in Leiden überdacht. Wie der Name schon sagt, wurde hier früher mit Weizen gehandelt. Damit die Ware nicht nass wurde, wurde die Brücke kurzerhand überdacht, wodurch auch noch zusätzlicher Speicherplatz im Dach geschaffen wurde. Danach fährt man wieder in einen eher ruhigen Teil Leidens. Direkt nach der Kraaibrug beigen wir dann nach links ab in die Herengracht, die ein eher engerer Kanal ist. Dies hat sich aber nach kurzer Zeit schon wieder erledigt, da nach ca. 500 Metern der Gemeentehaven erreicht ist. Als Hafen für Tagestouristen kann man hier entspannt ein- und aussteigen, um noch mal einen kurzen Stop zu machen, etwa um die relativ flache „Grote Havenbrug“ entspannt zu umgehen. So geht es auch danach weiter, denn die Gracht „Oude Vest“ ist wieder breiter. Dominiert wird sie von der Kuppel der Marekerk. Jene Kirche ist schon über 370 Jahre alt und wurde als eine der ersten für protestantische Gottesdienste gebaut. Mit einer Länge von etwa einem Kilometer ist die Oude Vest. Hat man diese Strecke aber auch absolviert, so erreicht man das „Museumsviertel“ Leidens. Am Beestenmarkt gibt es auch wieder viele Anlegestellen, die das Aussteigen vereinfachen. Auf den Beestenmarkt wurde früher mit Vieh gehandelt. Das Treiben wurde mit einer Glocke gestartet, die immer noch zwischen Haus Nr. 9 und 10 hängt. In diesem Teil Leidens befinden sich gleich vier Museen. Das markanteste ist das Museum De Lakenhal, da es Werke von Stadtsohn Rembrandt enthält und direkt an der Gracht liegt. Auf dem Weg vom Beestenmarkt zum Museum kommt man zudem an der Installation „To Breathe“ vorbei, die auch vorher mit dem SUP durchfahren wurde. Die Halbkreise verbinden beide Ufer des Kanals und sind laut Ersteller als kontroverses Kunstwerk gedacht. In näherer Umgebung liegen außerdem noch die bereits auf der ersten Tour gesehenen Museen Volkenkunde und De Valk sowie das Rijksmuseum Boerhaave. Der Beestenmarkt markiert zudem auch das Ende der zweiten Tour, denn das Galgewater ist mit der nahegelegenen Blauwpoortsbrug auch wieder erreicht. Das Einzige, was dann noch aussteht, ist die Rückfahrt zu unserer Anlegestelle am Nieuwe Rijn.

Eine wunderschöne Tour, für die man, wenn man auch mal nach links und rechts vom Wasser schauen möchte, sich ausreichend Zeit nehmen sollte. Auch Pausen sind fast überall möglich, da es ausreichend Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten gibt. Wenn man in einer größeren Gruppe seine Boards stapelt, findet man auch fast überall einen „Parkplatz“ für die Boards.

Du willst auch die wunderschönen Außenbereiche von Leiden auf eigenen Faust erkunden? Dann schau mal in unsere Tourbeschreibung vom Vormittag.

 

 

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